Studien - Übersicht

Die Entscheidungen über Corona-Maßnahmen trifft der Krisenstab der Stadt Jena auf Basis wissenschaftlicher Studien und Erkenntnisse. Eine Auswahl einzelner Themen und wissenschaftlicher Erkenntnisse sind hier aufgelistet.

Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS): Face masks considerably reduce COVID-19 cases in Germany

Aus dem Studienfazit:

Unter Abwägung verschiedener Schätzungen kommen wir zu dem Schluss, dass Gesichtsmasken 20 Tage nach ihrer Einführung die Zahl der Neuinfektionen um etwa 45 % reduziert haben. Da die wirtschaftlichen Kosten im Vergleich zu anderen Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens nahe bei Null liegen, scheinen Masken ein kosteneffektives Mittel zur Bekämpfung von COVID-19 zu sein.

medRxiv: Increased infections, but not viral burden, with a new SARS-CoV-2 variant

Aus dem Studienfazit:

In dieser großen repräsentativen Community-Surveillance-Studie fanden wir klare Hinweise auf eine Zunahme von SGTF-SARS-CoV-2, die mit der B.1.1.7/VOC202012/01-Expansion übereinstimmt, in mehreren Regionen Großbritanniens von Mitte bis Ende November, auch während der Zeit der nationalen Abriegelung, als Nicht-SGTF-Stämme stabil oder rückläufig waren. Direkte bevölkerungsrepräsentative Schätzungen zeigen, dass die B.1.1.7/VOC202012/01 SARS-CoV-2-Variante zu höheren Infektionsraten führt, aber nicht besonders an eine Altersgruppe angepasst zu sein scheint.

Da die Positivitätsraten im Allgemeinen bei Personen bis zum Schulalter am höchsten waren, wäre bei jüngeren Personen bei gleicher Wachstumsrate eine größere Anzahl von Infektionen zu erwarten als bei älteren Personen.

Die derzeit höheren Positivitätsraten bei Kindern und jungen Erwachsenen in Großbritannien bedeuten jedoch unweigerlich, dass die gleichen Wachstumsraten zu einer höheren Anzahl von Neuinfektionen bei diesen Altersgruppen führen können.

medRxiv: Cluster of COVID-19 in northern France: A retrospective closed cohort study 

Aus dem Studienfazit:

In einem Gymnasium, das mit einem Cluster von COVID-19 im Departement Oise verbunden war, zeigten wir eine Gesamtinfektionsrate (IAR) von 40,9 % in der Gruppe des Gymnasiums und 10,9 % bei Eltern und Geschwistern der Schüler. Der Anteil der infizierten Personen, die während des Studienzeitraums keine Symptome hatten, betrug 17,0 %.

The Medical Journal of Australia: COVID‐19, children and schools: overlooked and at risk

Aus dem Studienfazit: 

Es gibt klare Beweise dafür, dass Kinder und Schulen gefährdet sind, mit weiteren Auswirkungen auf die Gemeinschaft. Außerdem werden schwerwiegende Folgen bei Kindern immer häufiger auftreten - zumindest in absoluten Zahlen -, wenn sich das Virus weiter ausbreiten darf. Wir können es uns nicht länger leisten, die Rolle zu übersehen, die Kinder bei der Übertragung spielen, wenn wir hoffen, das Virus einzudämmen.

The Journal of Pediatrics: Pediatric Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2): Clinical Presentation, Infectivity, and Immune Responses

Aus dem Studienfazit: 

Diese Studie zeigt, dass Kinder eine potenzielle Quelle der Ansteckung in der SARS-CoV-2-Pandemie sein können, obwohl sie milder erkrankt sind oder keine Symptome haben; eine Dysregulation des Immunsystems ist in der schweren postinfektiösen MIS-C impliziert.

arXiv: Monitoring the COVID-19 epidemic with nationwide telecommunication data

Aus dem Studeinfazit:

Die Auswertung von Mobilfunkdaten in der Schweiz ergab als effektivste Maßnahmen:

  • Kontaktreduktion auf 5 Personen: 24,9 % weniger Mobilität
  • Schließung von Gaststätten, Cafés, Bars, Geschäften: 22,3 % weniger Mobilität
  • Schließung von Schulen: 21,6 % weniger Mobilität
  • großer indirekter Effekt auch durch Schließung von Veranstaltungsorten
  • Grenzschließungen scheinen Zahl der gemeldeten neuen Fälle nicht direkt reduziert zu haben.

Im Vergleich zu 2019 sank die menschliche Bewegung in der Schweiz (10.02. bis 26.04.2020) um 49,1 %. Eine Reduktion der Mobilität um 1 % führt zu einer 0,88 - 1,11 %igen Reduktion der täglichen Covid-Fallzahlen.